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Mittwoch, 25. April 2018

Umstrittener Stein

Das Wappen von Habkern. (Wikicommons)
Heute soll es zum Luegibodenblock gehen. Der wird als grösster Findling der Schweiz gehandelt. Strenggenommen, im geologischen Sinn, ist er allerdings gar kein Findling. Zur Erinnerung die Definition: Findlinge kamen auf Gletschern während einer der Eiszeiten angeritten und wurden irgendwann irgendwo abgeworfen. Alles Weitere zum Luegibodenblock, mit dessen Herkunft es sich anders verhält, will ich an einem der nächsten Tage erzählen. Wo der Riesenstein liegt? Ah ja, in der Nähe von Habkern BE. In dessen Namen steckt übrigens das Wort «Habicht»; besagter Raubvogel hockt auch im Wappen der Gemeinde. So, jetzt muss ich vorwärtsmachen. Um 5 Uhr 22 fährt in Zollikerberg mein Zug ab, in Zürich wartet das Wandergspänli M.

Dienstag, 24. April 2018

Bombastisches Schriftstück

Im März 1858 bricht der Zürcher Conrad Ferdinand Meyer, dessen Durchbruch als Dichter noch dauern wird, mit 32 Jahren in Begleitung der geliebten Schwester Betsy zu einer grossen Italienreise auf - in Rom wird Meyers gequälte Seele aufleben. Im Ortsmuseum Kilchberg, das gleichzeitig ein Meyer-Museum ist, weil dieser in dem Haus lange lebte, sah ich an der Wand den Reisepass des Geschwisterpaars. Heute führt man ein rotes Büchlein mit sich, das maschinenlesbar ist. Damals war der Pass ein bombastisches, mit Stempeln und schnörkeligen Unterschriften versehenes, auf Französisch abgefasstes Schriftstück von beachtlicher Grösse.

Montag, 23. April 2018

Ruinenhüpfen

Leiter zur Burgruine Engenstein.
Relikt der Berner Zeit des Laufentals.
Das war ein richtiges Ruinenhüpfen am Samstag, als wir bei blendender Sonne und schweisstreibender Wärme von Grellingen im Laufental aus eine Rundtour in die Höger unternahmen: hinauf zum Glögglifels und hart an der Kante der Kalkwand zur Eggfluh, hinüber zum Blattenpass und hinab nach Pfeffingen, wobei wir ab dem Gebiet Tschäpperli gleich vier Ruinen passierten. In Pfeffingen gabs im Garten des Rebstock Zmittag, eine Portion Fliederduft inbegriffen. Und dann kam die zweite Etappe: Aufstieg zur Ruine Pfeffingen und Abstieg nach Grellingen. Vier Stunden reine Gehzeit brauchten wir, es ging doch je 600 Meter auf und ab. Hier die historischen Gemäuer in der Reihenfolge, in der wir sie kennenlernten.
  1. Ruine Frohberg. Sie liegt direkt über den Reben des Tschäpperli.
  2. Ruine Schalberg. Zu ihr gehört auch eine prähistorische Jägerhöhle.
  3. Ruine Engenstein. Reizvoll die Leiter, mit der man hinaufkommt.
  4. Ruine Münchsberg. Mit den beiden vorhergehenden Ruinen teilt sie denselben langen Hügelsporn aus Kalk.
  5. Ruine Pfeffingen. Sie ist - nicht übertrieben - fünf Mal gewaltiger als die anderen vier und wurde zwischen 2013 und 2017 mit grossem Aufwand für gut 7 Millionen Franken renoviert.
    In der Ruine Pfeffingen. Das Foto unten zeigt den Aufgang zu ihr.

Sonntag, 22. April 2018

Alle Farben sind schon da

Die Natur trägt derzeit Farben, und was für welche! Und sie duftet wieder, zum Beispiel nach Flieder. Man erlaube, dass ich mich heute bescheide und einfach ein paar Fotos bringe. Sie stammen von gestern, von einer Baselbieter Rundtour mit Ausgangspunkt Grellingen. Morgen will ich über die Wanderung selber etwas mehr erzählen. Hier vorerst ein paar Bluescht-Fotos.

Samstag, 21. April 2018

Schneller Vogel

Fliegende Ente. Nicht die von Köniz.
Gestern gefiel mir diese Zeitungsmeldung sehr: Im Könizer Ortsteil Oberwangen ist eine Ente in einer 30er-Zone vom Radar geblitzt worden. Der Vogel war mit 52 km/h im Tiefflug unterwegs, das Beweisfoto ist klar und deutlich. Die Gemeinde Köniz fragt sich nun, an welche Adresse die Busse gehen soll. Dazu ist auch eine Anzeige fällig. So, dies gesagt, freue ich mich auf das Baselbiet und den Bluescht, wir gehen heute im Tal der Birs respektive den angrenzenden Hügeln wandern. Grellingen, wir kommen.

Freitag, 20. April 2018

Pomona und ihr Garten

Die reizende Pomona, gemalt von Nicolas Fouché um 1700. (Wikicommons/ The Yorck Project)
Im Thurgau küren sie jedes Jahr eine junge Frau zur Apfelkönigin. Zufällig las ich das gestern irgendwo. Mir fiel gleich Pomona ein, die römische Göttin der Baumfrüchte. Deren Name hat zu tun mit Lateinisch pomum gleich "Baumfrucht"; von pomum kommt natürlich auch Französich pomme, Apfel. Der Dichter Ovid hat hübsch fabuliert, wie Pomona zuerst überzeugte Jungfrau war, um dann doch zu heiraten. Der Gott Vertumnus nämlich begehrte sie zur Gattin. Pomona aber widmete sich ausschliesslich ihrem Garten und den Pflanzen darin, Männer hatten keinen Zutritt. Vertumnus verwandelte sich deswegen temporär in eine alte Frau und besuchte Pomona. Er zeigte auf eine alte, von Reben umrankte Ulme und argumentierte, dass der Baum ohne Rebe nicht schön wäre und niemanden faszinierte. Und dass wiederum die Rebe einen Baum brauche, an den sie sich schmiegen könne. Pomona überzeugte das Gleichnis, so dass sie am Ende mit Vertumnus zusammenkam.

P.S. In Kalifornien gibt es eine für ihre Zitrusfrüchte berühmte Stadt. Sie heisst Pomona. Die Antike lebt und blüht!

Donnerstag, 19. April 2018

Das Christbaumschaf

Das Schaf in der Christbaumplantage.
Einer von vielen Grenzsteinen.
Uff, das war weit. Nein, ich meine nicht die Wanderung in der Ajoie, sondern die Bahn-Bus-Reise hin und zurück, die doch gut 5 3/4 Stunden dauerte. Gelohnt hat sich das gestern auf jeden Fall. Nur schon wegen der Gesellschaft, ich wanderte mit Stefan und Marlis Brauchli. Stefan ist der Gemeindewanderer; was das ist, kann man auf seiner Homepage nachlesen und auch auf meinem Blog. Mit Leuten, die soviel wandern wie die Brauchlis aus Seuzach ZH, hat man doch einiges auszutauschen und zu besprechen. Die Unternehmung führte von Bure via Fahy und Grandfontaine - dort nahmen wir den Zmittag - nach Damvant, was genau 4 Stunden Gehzeit bedeutete. Prägend waren:
  • Panzerfahrgeräusche vom Waffenplatz Bure im ersten Wanderviertel
  • Der Bluescht, der begonnen hat und unsere Augen verwöhnte
  • Weite Felder und schnurgerade Wege...
  • ... sowie natürlich der eine oder andere charismatische Grenzstein; streckenweise gingen wir auf der Grenze zu Frankreich.
    Fünfzehn Minuten bis zum Zmittag: Marlis und Stefan kurz vor Grandfontaine.