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Donnerstag, 27. Juli 2017

Neun statt sieben

Sie war die siebte von neun: die Brücke von Schüpbach BE.
Diese Höger! Typisch Emmental!
Gestern huldigte ich der Emme, die nach den starken Regenfällen ihren wilden Tag hatte. Sie brüllte und schäumte, sie war hellbraun, bösartiger Milchkaffee. Ich startete in Eggiwil, hielt nach Schüpbach und weiter nach Emmenmatt, das dauerte knapp drei Stunden. "Über sieben Brücken musst du gehn", sang einst die DDR-Band Karat. In meinem Fall waren es neun Brücken, zu denen mich der Weg führte. Schade eigentlich, die Songzeile wäre ein schöner Titel gewesen für eine Wanderkolumne.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Fischtreppe, Militärmuseum, Angus Beef

Full AG, die Fähre kommt. Sie wird uns nach Deutschland (Waldshut) tragen.
Einige Zeit zuvor am Rhein.
Eben gingen wir von Leibstadt nach Full, das dauerte anderthalb Stunden und war abwechslunsgreich: die Fischtreppe des Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern, das AKW Leibstadt, das nahe Militärmuseum Full, ein Weltkriegsbunker und schliesslich die Fähre bei Full - alles Dinge am Weg. Besagte Fähre ist nun nicht etwa ein Kahn, der an einem Von-Ufer-zu-Ufer-Kabel entlangfährt, sondern ein richtiges kleines Schiff, das denn auch regelmässig Ausflugstouren den Rhein hinab und hinauf anbietet. Wir setzten über, kamen nach Waldshut, es war für mich eine Offenbarung. Ich staunte über die Schönheit und Intaktheit des historischen Städtchens, in dem es von Schweizer Einkaufstouristen wimmelte. Bei Oscar's gönnten wir uns edles Beef, ich hatte ein Steak vom Angus Beef, köstlich. Bald will ich wieder nach Waldshut gehen und mich dort noch ein wenig mehr umschauen. Weit ist das nicht, in 47 Minuten gelangt man von Zürich hin, und der letzte Teil auf deutschem Boden ist erst noch GA-Gebiet.
Waldshut, vor dem Tor ins Städtchen.

Dienstag, 25. Juli 2017

Avenches, diesmal ohne Kaffeeduft

Zwischen Avenches umd dem Ufer des Murtensees.
Die Nespresso-Fabrik bei Avenches.
Gestern fuhr ich noch einmal nach Avenches, diesmal nicht als Besichtiger der antiken Stätten, sondern als Wanderer. Ich ging von Avenches nach Murten, das dauerte zweieinhalb Stunden, und ich wurde pflotschnass - es regnete apokalyptisch. Mir machte das grossen Spass, die Wege waren leer, andere Leute sah ich nicht, der Murtensee war sturmgepeitscht. Highlights gab es genug, die renaturierte Eau Noire etwa zwischen Avenches und dem See mit zwei hübschen Weihern und später zwischen Untergreng und Meyriez der Obelisk, der an die Schlacht bei Murten 1476 erinnert; damals besiegten an diesem Ort die Eidgenossen Karl den Kühnen, Herzog von Burgund. Etwas freilich fehlte auf meiner Wanderung, das am Samstag dominant gewesen war. Der Kaffeeduft. Nespresso betreibt in Avenches eine grosse Fabrik. Gestern aber vertrieben Wind und Regen fast alle Aromen, es roch bloss nach nassem Blattwerk und Schnecken.
Der Obelisk erinnert an die Schlacht von 1476.

Montag, 24. Juli 2017

Die geplünderte Stadtmauer

In Aventicum: Überreste des Cigognier-Heiligtums.
Die Stufen des Amphitheaters.
1939 grub man die Büste des
Kaisers Mark Aurel aus. Sie ist aus
Gold, eine Kopie zeigt das Museum.
Aventicum gab es als Zentrale der Helvetier schon vor den Römern; diese machten daraus die wichtigste Stadt auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Die Dimensionen beeindruckten mich während unserer Visite am Samstag: ein Amphitheater mit 16 000 Plätzen, ein Theater für 9000 Zuschauer, eine 5,5 Kilometer lange, von 73 Türmen gesäumte Stadtmauer. Ich könnte hier viele weitere Highlights aus Avenches nennen, belassen wir es bei dreien: Mir gefiel erstens die vom Cigognier-Heiligtum noch hochragende Säule. Zweitens, im Museum, die Skulptur von Romulus und Remus, die von der Wölfin gesäugt werden. Und drittens die frühromanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert in Donatyre, einem 25 Gehminuten entfernten Dörfchen auf einem Plateau. Was die Kirche mit den Römern zu tun hat? Nun, sie wurde aus Quadersteinen der antiken Stadtmauer erbaut.
Ebenfalls im Museum: Romulus und Remus an den Zitzen der Wölfin. 
Aus dem Stein von Aventicum gefertigt: das Kirchlein von Donatyre.

Sonntag, 23. Juli 2017

Zwei Wissenslücken gefüllt

Schwaderloch AG: Reste des Turms, in dem römische Legionäre Wache hielten.

Der Auenwald im Rossgarten,
Schwaderloch, ist der einzige
im ganzen Fricktal. Hübsch
unten am Rhein der Sandstrand.
Manchmal kommt es vor, dass ich von einer Route heimfahre und merke: Du hast etwas verpasst. Oder: Du hast etwas übersehen. In solchen Fällen nehme ich mir vor, noch einmal hinzugehen, und notiere mir das. Kürzlich ging ich noch einmal hin - und zwar nach Schwaderloch. Ich verband die Nachputzete mit einem einstündigen Spaziergang ins Nachbardorf Leibstadt. Die zwei Dinge, die ich mir gezielt anschaute: Zum einen war es der römische Wachtturm beim Oberen Bürgli etwas ausserhalb von Schwaderloch. Das gemauerte Fundament, 7,5 auf 7,5 Meter, ist imposant, der Turm wurde in der Zeit des Kaisers Valentinian ziemlich zu Ende des römischen Reiches erstellt und war Teil einer Reihe von Befestigungen, die den gesamten Raum Rhein-Bodensee sichern sollten. Zum anderen inspizierte ich Schwaderlochs geschützte Auenlandschaft am Rhein. Auch der Rest des Weges bis Leibstadt gefiel mir - und jetzt sind zwei kleine Wissenslücken gefüllt.

Samstag, 22. Juli 2017

Wir besuchen unsere Hauptstadt

Avenches, Osttor. (Odrade123/Wikic.)
Heute geht es nach Avenches im Waadtland. Wir wollen Aventicum besichtigen, sozusagen unsere allererste Hauptstadt, die als Zentrum des Keltenstammes der Helvetier begann, bevor die Römer übernahmen. Der Ortsname geht wohl auf den Fluss Aventia zurück, der wiederum auf die keltische Quellgöttin Aventia Bezug nimmt. Alles Weitere nach dem Besuch...

Freitag, 21. Juli 2017

Das Ohr mundete

Dies ist ein knusprig gebratenes Schweineohr. Unsereins steht nicht auf so etwas, aber Ronja hatte eines, eben im Löweneck in Zürich, wo es im Tapas-Angebot figuriert.