Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 12. Dezember 2017

Der Tag begann mit der 8

Gestern beim Escher-Wyss-Platz: Die Haltestelle des neuen Achters ist nicht zu übersehen.
Gestern morgen reiste ich auf einem Riesenumweg zur Arbeit. Dies, um mit dem neuen Achter-Tram zu fahren. Den Achter gibt es schon lange, er war unter Zürichs vielen Tramlinien aber zweitklassig. Seit dem Wochenende ist das anders: Der Achter hat nun eine neue Funktion als Problemlöser. Er verbindet nämlich die Gegend des Paradeplatzes und des Stauffachers effizient mit dem Bahnhof Hardbrücke, dem Escher-Wyss-Platz und Züri West. Anders gesagt: Wer von der alten City oder auch dem angrenzenden Kreis vier hinüber in den boomenden Kreis fünf will, hat nun ein komfortables Direkttram und muss nicht mehr via HB fahren. Der Achter überwindet den Schienenstrang der Bahn, indem er die Hardbrücke benützt. Die entsprechenden baulichen Anpassungen samt Rampenausbau kosteten 130 Millionen Franken. Die Verbesserung für so manchen Zürcher ÖV-Nutzer ist markant. Und es macht Spass, mit dem Tram über die Brücke zu flitzen; bis jetzt war jeweils am Hardplatz Endstation.

Montag, 11. Dezember 2017

Doorffä

"Kauz" Walpen ist Kriminalpolizist in Zürich. Freigestellt, beschliesst er, im Goms, wo er familiäre Wurzeln hat, seine Langlauftechnik zu verfeinern. Doch wie das halt so geht in derlei Geschichten, passiert gleich ein Mord, so dass das mit der verbrechensfreien Zeit eine Illusion bleibt. Kaspar Wolfensberger, Zürcher Psychiater, hat einen untadeligen Krimi geschrieben, clever gebaut, sprachlich souverän, doch. Zudem strotzt "Gommer Winter" (bilgerverlag, 477 Seiten) vor Lokalkolorit, man erfährt und lernt vieles über das Hochtal des jungen Rotten. Zum Beispiel das Verb "doorffä". Es bezeichnet das Geplauder im Dorf unter Einheimischen.

Sonntag, 10. Dezember 2017

Die neuen Schuhe waren lieb zu mir

Immer wieder eine Augenfreude: das Sälischlössli über Olten, gestern.
Einige Zeit zuvor unweit von Safenwil: Gleich kommt die Sonne.
Viechlifüttern im Wildpark Mühletäli. Hey Motzer: Das Futter ist gekauft und ok!
Meine neuen Schuhe taten null weh.
Gestern Samstag hatten wir es schön. Drei Stunden dauerte die Wanderung. Sie führte uns von Safenwil zum Sälischlössli und via das Mühletäli hinab nach Olten. Hier die bestimmenden Faktoren:
  • Wetter: Wunderbar wechselhaft. Am Vormittag hatten wir Sonne, am Nachmittag flockte es wie wild.
  • Sound: Zuerst Autolärm in Safenwil. Dann das I-Aa eines einsamen Esels am Hang des Engelbergs. Schliesslich im nassen Neuschnee das Knarzen der Schuhe während des Abstiegs ins Mühletäli.
  • Tierli: Der erwähnte Esel. Und die zutraulichen Geissen und Schafe und Rehe im Wildpark Mühletäli. Plus zwei streichelbare Sennenhunde, halb Berner, halb Appenzeller, im Wald.
  • Essen: Das Schnitzel auf dem Sälischlössli war ausgegangen. Ich nahm halt den Salat. Und dazu die Pommes. Man muss ja nicht immer opulent.
  • Aussicht: Toll die Ansichten schon im ersten Teil dank der höhenwegartigen Passage über Safenwil. Noch toller war der Tiefblick auf die vollmöblierte Ebene um Olten mit den Gott sei Dank unmöblierten Jurahügeln dahinter.
  • Sonstiges: Meine nigelnagelneuen Wanderschuhe (Lowa, per Paket von Zalando geliefert) machten null Probleme. Lieb von ihnen, wirklich lieb. - Im Wald trafen wir einen Mann, der für seine Mitpontoniere auf dem 35-Kilometer-Chlausenmarsch die Mittagssuppe bereitete. Leider offerierte er kein Bier von seinen Sixpacks. Pontonier müsste man sein. - Die Sälischlössli-Wirtin erzählte von Kroatien. Und von ihrer 750-Kubik-BMW. - Ah ja, Walterswil noch: Neben der Kirche steht die alte "Sonne." In ihr ist heute mittlerweile ein Sexclub eingerichtet. 
Die Schweiz halt. Und jetzt wünsche ich allen einen schönen Sonntag. Nächsten Samstag wird mein Grüpplein weihnachtsessen. Wo? Am Rhein. Der Rest ist noch Betriebsgeheimnis.

Samstag, 9. Dezember 2017

Ein neues Museum im Rheinwald

Nufenen.
(Bild: Adrian Michael/ Wikicommons)
Einer meiner letzten Artikel beim Tages-Anzeiger widmete sich diesen Sommer den Walsern, den Pioniersiedlern des Mittelalters im Alpenraum. In ihm erwähnte ich auch das Projekt eines Walser-Museums in Nufenen im Rheinwald. Kürzlich nun ist das "Walserama" feierlich eröffnet worden. Man stelle sich nicht zu viel vor: Dies ist der erste von zehn geplanten Ausstellungsräumen im Bünlastall, einer ehemaligen, 300-jährigen Suste, einem Säumer-Warenumschlagplatz also, und wer sich die ausgestellten Dinge anschauen will, muss einen Termin für eine Führung vereinbaren. Doch ein Anfang ist gemacht, die Kultur der Walser am oberen Hinterrhein vor dem Vergessen zu bewahren.

P.S. Zur gestrigen Schätzfrage sind folgende Daten eingegangen; jetzt gilt es zu warten, bis der Zählerstand 2'222'222 eintritt. Danke jedenfalls fürs Mitmachen!
  • AS: 26.01.2019
  • AT: 21.10.2018
  • ES: 20.07.2018
  • HB: 13.07.2018
  • MJ: 22.02.2022
  • SB: 21.06.2018
  • WA: 21.10.2018

Freitag, 8. Dezember 2017

Wird 2'222'222 zur Glückszahl?

Oh weh! Ich wollte einen Screenshot machen, wenn der Klick-Zähler dieses Blogs auf 1'777'777 springt, verpasste den Augenblick aber. Das war gestern. Die nächsten magischen Zahlenmomente sind: 1'888'888, 1'999'999, 2'000'000, 2'111'111 und natürlich 2'222'222. Machen wir doch einen Wettbewerb. Man schicke mir bis heute 18 Uhr ein Mail auf die Adresse, die in der rechten Spalte unter meinem Foto angegeben ist. Und zwar mit der Antwort auf diese Schätzfrage: An welchem Tag wird der Zähler 2'222'222 erreichen? Falls jemand das Datum trifft, gibt es ein Essen mit mir in einer guten Beiz. Falls!

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Mein Kunstfährtli

Etwas für Geometriefetischisten: "5-stöckiger Dodekaeder" von Beat Zoderer.
Gestern morgen unternahm ich eine Zürcher Stadtwanderung: Geschenkli kaufen für Weihnachten. Als die anspruchsvolle Tour (unübersichtliches Terrain, viele andere Wanderer, Kälte und Nebel) zu Ende ging, war ich müde und fand, ich hätte eine Belohnung verdient. Ich deponierte die Geschenke im HB in einem Schliessfach und nahm den Zug nach Aarau - ein Kunstfährtli, wie ich es mir ab und zu gönne, ich mag das Aargauer Kunsthaus und seine Art auszustellen, machmal bin ich enttäuscht, manchmal begeistert, aber nie lässt mich das Gezeigte kalt. Diesmal gab es zwei neue Ausstellungen: zum einen die "Auswahl 17" mit Werken von Aargauer Künstlerinnen und Künstlern aus der unmittelbaren Gegenwart (Foto oben) und zum anderen "Wild Thing" mit Kunst aus den 1980er-Jahren (Foto unten). Beides gefiel mir gut, ein bisschen besser noch die Achtzigerjahre-Sache, der Zeitgeist war damals wild, das prägte auch die Kunst. Also, liebe Leserin und Leser, hinreisen und schauen, es lohnt sich.
Miriam Cahn, "Morgengrauen". Kohle auf Papier.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Die tödliche Rheinkurve

Tödlich: die Kurve des Rheins bei der Tössegg nah Teufen.
(Screenshot Open Street Map)
Eine Tageszeitung leistet enorm viel - das muss wieder einmal gesagt sein. Unter anderem blickt sie auch regelmässig in die Vergangenheit. Beim Tages-Anzeiger kann das kaum jemand besser als Martin Huber, mein früherer Kollege im Zürich-Ressort; er schürft mit auffallendem Gespür nach den Dingen von einst, von denen keiner mehr weiss. Gestern kam von Martin ein langer Artikel, der auf Teufen im Zürcher Unterland fokussiert. Dort kollidieren am 16. Juli 1945 zwei französische Jagdflugzeuge. Deren Piloten kommen ums Leben. Beide sind bei verhangenem Wetter unterhalb der Wolken unterwegs in die französische Besatzungszone in Süddeutschland, fliegen also flussaufwärts und schrecken kurz vor dem fatalen Unfall bei Teufen die Bewohner von Eglisau auf. Zum Verhängnis wird ihnen - sie fliegen auf Sicht - die Rheinkurve bei der Tössegg. Hier vollzieht der Rhein eine abrupte Kurve nach Norden; sie dürfte die jungen Piloten überfordert haben, so dass es zum Unglück kam. Die Gemeinde Teufen-Freienstein überlegt sich nun, im Gebiet, wo die Flugzeuge in den Boden schossen, ein Gedenkzeichen anzubringen. Wer wissen will, ob es dazu kommt, wird es erfahren. Aus seiner Tageszeitung.