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Dienstag, 24. Oktober 2017

Abschied von der kleinen Gelben

Lange fährt sie nicht mehr.
Die Seebodenalp - das ist eine weite Terrasse auf halber Höhe zwischen Küssnacht und Rigi im Kanton Schwyz. Eine hübsche kleine gelbe alte Luftseilbahn fährt von Küssnacht hinauf. Aber nur noch bis und mit 5. November. Dann wird sie aus dem Verkehr gezogen, die Konzession läuft ab, eine Erneuerung lohnt sich nicht. Das Nachfolgemodell soll im Juni 2018 starten; statt wie bisher 80 können 100 Personen transportiert werden.

Montag, 23. Oktober 2017

Warten auf den Bus

Vor drei Wochen berichtete ich von Teo, einem Klappsitz, der im Kanton Zürich an einigen Bushaltestellen provisorisch installiert ist. Mein Studienfreund Kurt schickte mir darauf Fotos von seinen zwei Wohnorten; beide zeigen sie Bus-Wartehäuschen. Das eine steht oberhalb von Brienz im Kanton Bern. Und das andere in Homt Souk auf der Insel Djerba in Tunesien.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Schöne Glarnerei (II)

Gestern glarnerte ich schon wieder. Freilich startete ich diesmal nicht im Tal der Linth, sondern des Sernf; Kleintal also statt wie am Mittwoch Grosstal. Der Anfang war brutal, von Engi stieg ich mehr oder weniger in der Falllinie die steile Flanke hinauf zur Altstafelrus. Der Höhenweg hernach war vergleichsweise ein Spaziergang. Er führte mich - bei grossartigen Weit- und Tiefblicken - hinüber zu den Weissenbergen. Dort tat ich zwei Dinge nicht, die ich des öftern tue. Weder kehrte ich ein noch nahm ich die Seilbahn talwärts. Stattdessen wählte ich den Fussweg hinab nach Matt; er war so grausam coupiert wie der Weg am Morgen. In Matt stellte ich fest: knapp 3 1/2 Stunden gelaufen, 705 Meter auf- und 675 abwärts. Das klingt nicht nach viel. Aber die Route hatte es in sich gehabt, ich war so geschlaucht wie glücklich. Und jetzt würde ich am liebsten gleich wieder glarnern. Wer weiss.
Traumbänkli einige Zeit vor den Weissenbergen. Unten das Tal des Sernf.
Komfortable Moorpassage auf dem Altmannberg einige Zeit zuvor.
Oha, es geht abwärts: das letzte Stück vor Matt. Hinten das Chrauchtal.
Matt kam in Sicht, und gleichzeitig zeigte sich die Sonne.
Matt: die Seilbahn, die ich nicht nahm.

Samstag, 21. Oktober 2017

Ich sah kein Wisent

Wiesendangens Wappen. Es zeigt
kein Wisent-, sondern ein
Steinbockgehörn. (Wikicommons)
Kürzlich weilte ich in Wiesendangen ZH und war enttäuscht, weil ich kein Wisent sah, obwohl ein solches im Ortsnamen steckt; immerhin, das kompensierte den Mangel ein wenig, erblickte ich in Wiesendangen, dessen hinterer Namensteil mit "Wang" gleich "Halde" zu deuten ist, das Restaurant Wisent - schön, dass es noch Restaurants mit einem historischen Bewusstsein gibt.

Freitag, 20. Oktober 2017

Weltrekord in Walenstadt

Riesenpbroblem: Steinschlag, hier in Deutschland.
(Bild: Xocolatl/ Wikicommons)
Montag dieser Woche: Bei Walenstadt versammeln sich in einem stillgelegten Steinbruch rund 400 Fachleute aus 42 Ländern. Sie erleben einen Weltrekord. Ein 25-Tonnen-Felsblock wird mit einem Kran hochgehievt, wird dann ausgeklinkt und bringt es auf eine Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern, bis er nach 42 Metern Fall auf ein Steinschlag-Schutznetz trifft. Das Netz hält dem Block stand und stoppt diesen sicher. Eingeladen zu dem Test hat die Firma Geobrugg AG aus Romanshorn, die Sicherheitsnetze herstellt. Ihre neueste Entwicklung soll im November einem letzten Test unterzogen, alsbald zertifiziert und in Serie hergestellt werden - Steinschlag in den Bergen nimmt zu, das Bedürfnis nach solchen Installationen wächst. Gelesen habe ich das alles am Mittwoch in der "Südostschweiz".

P.S. Interessante Firma, diese Geobrugg. Was die dort alles herstellen! Man schaue sich die Homepage an.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Der Hoodie-Wanderer

Endlich oben! Die Orenplatte, 1377 Meter, ist erreicht. Gleich gibts Aussicht!
Einige Zeit zuvor: Blick vom Boden zum Brunnenberg.
Klein und braun unter der Bildmitte die Seilbahn-Bergstation.
3 1/2 Stunden gewandert, 880 Meter auf- und 200 abgestiegen - das sind die Zahlen zu meiner Glarner Wanderung von gestern. Sie fing mit einem Fehler an, der wiederum auch sein Gutes hatte, wie sich am Schluss herausstellte: Ich fuhr viel zu früh los, erst in Ziegelbrücke wurde es langsam hell. Kurz nach acht Uhr war ich am Bahnhof Luchsingen-Hätzingen und geriet in eine grässliche Morgenkälte. Das Tal der Linth lag in diesem Abschnitt noch im Schatten, ich erfror fast in meinem dünnen Jäckli und zog als erstes die Pelerine über den Kopf, war also im Hoodie-Look unterwegs. Aber es wurde bald besser, man heizt schnell auf beim Wandern. Mein Rot-Weiss-Pfad via Bränd zur Orenplatte durch den steilen Buchenwald wärmte mich nachhaltig. Auf der Orenplatte genoss ich die Sonne und das Rundpanorama mit dem Gros der Glarner Berge samt dem Tödi. Der Rest war Spazieren: vorbei an jungen Männern, die in einer sumpfigen Stelle einen Bretterweg neu bauten, erreichte ich schnell den Rand von Braunwald; die Wegmacher waren übrigens meine ersten Menschen, die ich unterwegs traf. Weiter unten im Dorf Braunwald freilich kamen mir Scharen von Wanderern entgegen, und auch die von unten eintreffende Standseilbahn bei der Station war übervoll. Und so hatte meine so früh begonnene Unternehmung sehr wohl ihr Gutes: Ich ging, als die anderen kamen. Übrigens: Dies ist eine wunderbare Route mit viel Tiefblick und gekonnt in die Bergflanke gelegten Stegen und Wegen, an einer Stelle hängt der Fels charmant über. Jederzeit würde ich die Route wiedermachen, wenn da nicht noch so viele andere auf meiner Wunschliste stünden.
Zwischen Orenplatte und Braunwald: Junge Männer erneuern einen Bretterweg.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Etwas Dunkles zu Klaus

Die Baltschiederklause. (Bild: Alex
Saunier, Camptocamp.org/ Wikic.)
Ich frage mich gerade, warum die Baltschiederklause, über die ich kürzlich bloggte - warum diese erhaben gelegene Walliser SAC-Hütte, in deren Namen der Stifter Julius Klaus aus Uster verewigt ist, auf ihrer Homepage mit keinem Wort auf Klaus eingeht. Liegt es daran, dass besagter Klaus, 1849 bis 1920, von Beruf Maschineningenieur und ein reicher Fabrikant, Rassenhygieniker war, was man hier nachlesen kann. Die Nazis leiteten aus dieser Lehre später ihre Art von Rassendenken ab, zu dem es gehörte, bestimmte Menschengruppen als minderwertig zu taxieren, zu isolieren und zu töten.